Gilden - ein soziales Netzwerk
Gilden (Spielergemeinschaften) - sind auch soziale Netzwerke!
Da online gespielte Rollenspiele wie World of Warcraft so richtig erst in einer Gemeinschaft zu Erfolg führen, werden von den Spielern eine Reihe sozialer Fähigkeiten verlangt.
Dazu gehören neben einem normalen freundlichen Umgangston besonders die Spielsituationen in Gilden. Der Spieler tauscht sich mit anderen Spielern in einem intensiveren Maß aus, als ohne Gilde. Er übernimmt, je nach Bereitschaft und Gildensatzung, bestimmte Aufgaben. Die Ziele der Spieler in den Gilden, spiegeln sich in Konzepten und der real aufgebrachten Spielzeit wieder.
Für die einen Spieler ist es wichtig, dieser Gilde zum Erfolg zu verhelfen und so wünschen sie sich natürlich auch eine ähnliche Motivation bei ihren Gildenmitgliedern. Große Ziele bedeuten oft, sehr viel Zeit in dem Spiel zu verbringen. Andere Gilden haben sich einfach nur gegründet, um gemeinsam zu spielen ohne große Ziele und Verpflichtungen.
Die Erfüllung der Aufgaben, die man als Spieler in Gemeinschaft übernommen hat, wird dann auch von seinen Mitstreitern eingefordert - wie attraktiv kann dann das abendliche familiäre Abendessen im Vergleich zu einem wilden Raid (Raid - gemeinsamer großer Überfall) gemeinsam mit 150 anderen Spielern aus Spielers Sicht sein?
Vor dem Eintritt in eine Gilde ist es notwendig für den Spieler zu schauen, welche Ziele die Gilde sich gesetzt hat, wie viel Zeit eine Mitgliedschaft in der Gilde vom eigenen Leben beanspruchen würde und ob man selbst bereit ist, soviel Zeit zu investieren - oder nicht. Der Spieler wird Mitglied einer Gilde, wenn er von einem Gildenmeister eingeladen wird, oder selbst eine Gilde gründet. Manche Gilden wünschen auch eine Online-Bewerbung auf der eigenen Homepage im Internet.
Der Gildenmeister ist meistens derjenige, der die Gilde gegründet hat. Später, wenn in der Gilde mehr Spieler sind, wird es notwendig "Wahlen" abzuhalten. Gewählt wird der "Vorstand" einer Gilde. Jeder dieser Vorstandsplätze ist mit einer Aufgabe belegt und wenn man bereit diese zu übernehmen, ist das Forum (im Internet) der Platz, an dem die Wahl organisiert wird und man sich selbst bewerben kann. Der Spieler bewirbt sich um den Posten (oder wird vorgeschlagen und gefragt) und dann erfolgt die Abstimmung.
So wird spielerisch Grundsätzliches gelernt. Anspruchsvoll ist es, eine Gilde ab 150 Mitgliedern zu organisieren. Diese Größe verlangt von den Spielern ganz besondere Aufgaben zu lösen. Sind sie gut abgestimmt aufeinander können sie viele der "richtig" großen Aufgaben lösen. Das ist aber viel Arbeit. Natürlich gibt es Streit, Beschwerden und Missverständnisse, die auf die Gildenstimmung schlagen. Dann steht der Gildenmeister in der Verantwortung mit Hilfe seines Vorstandes die Probleme zu klären. Das fordert soziale Kompetenzen. Die Konflikte entstehen aus Missverständnissen, Unzufriedenheiten, (wahrgenommener) Benachteiligungen, all das glit es zu klären und zu lösen. Je nach Größe der Gilde braucht es viel Feingefühl, um den Zusammenhalt nicht zu gefährden. Konflikte, die nicht geklärt werden, vergiften die ganze Spielatmosphäre. Je größer eine Gilde ist und je größer der Anspruch ist als Gilde möglichst alles gemeinsam spielen zu können, um so besser muss die Organisation sein. Es hat sich gezeigt, dass das "Pflegen" des Gemeinschaftsempfinden (in Form von Aktivitäten wie dem gemeinsamem Angeln, schwimmen gehen, reisen oder einfach nur "grillen") gut für den Zusammenhalt der Gilde sind. Es ist nicht einfach so viele Leute unter einen Hut zu bekommen. Nicht selten ist der Gildenmeister mehr mit der Organisation der Gilde und den Beschwerden beschäftigt, so dass ihm kaum Zeit zum Spielen bleibt. Wird ihm das zuviel, stellt er seinen Posten zur Verfügung und es wird wieder gewählt.


